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April 2018

Mitarbeiter aus der Ukraine – Abhilfemaßnahme gegen rekordniedrige Arbeitslosenrate in Polen

Die Situation auf dem polnischen Arbeitsmarkt ist die beste seit 25 Jahren. Die Arbeitslosenrate ist rekordniedrig - am Ende 2017 machte sie 6,6% aus. Den größten Anteil an Arbeitslosen (zwischen 7% und 8%) wurde in 4 Wojewodschaften in Ostpolen verzeichnet. Wielkopolska hat seit Juni 2010 die niedrigste Arbeitslosenrate unter allen 16 Wojewodschaften. Momentan beträgt sie 3,9%. Und Posen hat seit Jahren die niedrigste Arbeitslosenrate unter polnischen Großstädten. Momentan beträgt Arbeitslosigkeit in Posen 1,4% (in Warschau, die Posen unmittelbar folgt, 2%).

Niedrige Arbeitslosigkeit bedeutet Probleme für Firmen mit Arbeitskraftmangel.  Eine Lösung ist die Beschäftigung von Ausländern, meistens Ukrainern. Laut Informationen von Arbeitsämtern arbeiteten ca. 1,5 Mio. Ukrainer legal in Polen Ende 2017, 150 Tausend davon in Wielkopolska. Es wird geschätzt, dass bis zum Ende des Jahres die Zahl der legal beschäftigten Ukrainer in Polen 2 Mio. überschreiten kann (davon 200 000 in Wielkopolska).

Bemerkenswert ist, dass die Zuwanderung aus der Ukraine komplementär ist, was bedeutet, dass die einwandernden Arbeiter sich in erster Linie in den Branchen beschäftigen, in denen der Arbeitskraftmangel am größten ist – es handelt sich vor allem um Arbeitskräfte für einfache Arbeiten, Industrie, Handwerker, Kassierer und Verkäufer, Reinigungskräfte. Die Sprachbarriere ist kein großes Problem, da – wie es die Arbeitgeber angeben – schon nach 2-4 Wochen die Grundkommunikation mit dem Arbeiter gesichert ist. Negative Einstellung gegenüber Ukrainern gibt es unter polnischen Kollegen kaum – nur 7% geben an, dass sie negativ eingestellt sind.

Aus Untersuchungen geht hervor, dass für Ukrainer Polen das meistgewählte Land für Migration aus wirtschaftlichen Gründen ist. So viel wie 80% der in Polen arbeitenden Ukrainer erklären, dass sie in Polen bleiben wollen. Nach und nach wachsen die Gelder, die durch ausländische Arbeitskräfte von Polen aus transferiert werden. Sie erreichen fast 1 Mrd. EUR pro Quartal, wovon über 90% in die Ukraine fließt. Es sind höhere Beträge als diese, die nach Polen aus anderen Ländern fließen. Polen ist – im Hinblick auf Finanztransfer, also die Gelder, die von Bürgern verschickt werden – von einem Emigrationsland zu einem Immigrationsland geworden.

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